NSG Mühlenstrang

Gebietsbetreuung

Gebietsbeschreibung auf www.biostation-unna-dortmund.de

Die Grünlandflächen des NSG Mühlenstrang decken sich weitgehend mit der Grünlandfläche eines einzelnen landwirtschaftlichen Betriebes. Daraus ergibt sich seit der Unterschutzstellung des Gebiets eine besondere Verantwortung hinsichtlich der Flächenentwicklung.

2012/2013 konnte der Kreis die letzten beiden verbliebenen Ackerflächen im Gebiet erwerben. 2014 wurden die Flächen wie im Landschaftsplan vorgesehen als Dauergrünland eingesät. Gemeinsam mit dem Kreis hat die Biologische Station die Integration der Flächen in die Grünlandbetriebsfläche und die Mutterkuhhaltung des angrenzend wirtschaftenden Betriebes organisiert. Im Winter 2013/2014 hat der Kreis die Flächen einzäunen lassen. Die Beweidung der Flächen wird auch als besucherlenkende Maßnahme in diesem ortsnah gelegenen Bereich verstanden. Im Zuge der Flächenübernahme durch den Kreis konnte im südwestlichen Teil des Gebietes ein neues großes Stillgewässer und eine Hochflutrinne am Mühlenstrang angelegt werden. Die Biologische Station war hier für den Kreis planend und in der Bauvorbereitung und -begleitung tätig.

Der südliche Gebietsteil ist im Rahmen der großflächigen Neuordnung des Eigentums der Wasserwerke 2016 endgültig vom Land NRW erworben worden. Für diese Flächen musste die vertraglich geregelte extensive Grünlandbewirtschaftung neu organisiert werden, da Flächen der öffentlichen Hand im Regelfall nicht Vertragsnaturschutz-fähig sind. Die Biostation nahm an diesem Prozess beratend teil.

Die bewirtschafteten Wiesen und Weiden werden seither zu einem Teil mittels Vertragsnaturschutz mit Ausgleichszahlungen für eine extensivere Bewirtschaftung, zum anderen durch Naturschutz-Pachtverträge entsprechend den Auflagen des Landschaftsplans bewirtschaftet.

Die  Bewirtschaftungsumstellung in den ersten Jahren nach Aufgabe der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung hatte zu einer deutlichen Zunahme von Weideunkräutern geführt. Insbesondere hat der Breitblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) auf den vorher mit Herbiziden unkrautfrei gehaltenen Flächen stark zugenommen. Seit 2002 wurden die Ampferbestände
durch manuelles Ausstechen dezimiert und in den Folgejahren – so auch 2017 – nur noch punktuell mit geringem Aufwand weiter von Hand bekämpft. Erhebliche Ampferprobleme sind allerdings auf den bis 2014 als Ackerflächen genutzten und dann eingesäten Dauerweiden aufgetreten, die manuell nicht mehr beherrschbar waren. Hier erteilte der Kreis 2017 in Absprache mit der Biologischen Station für eine Teilfläche die Genehmigung zu einer  chemischen Bekämpfung.

NSG Mühlenstrang
NSG Mühlenstrang

 

Rund um das Kleingewässer im Südosten des Gebietes und um die neu angelegte großflächige Blänke im Westen wurden 2017 die Ufersäume von aufkommenden Gehölze befreit, um eine vollständige Verbuschung zu verhindern.

Im Bereich der kreiseigenen, stark verbuschten Brache hat die Biologische Station auch im Jahr 2017 Gehölze geschnitten. Die Pflegemahd auf dieser sehr nassen Bachsiepen-Fläche kann nur in extrem trockenen Perioden erfolgen – im Herbst 2017 konnte aufgrund der sehr nassen Witterung nur punktuell gemäht und abgetragen werden.

Im Westen des Gebietes wurden die Wuchsorte des Riesenbärenklaus kontrolliert.

Neu entstandener illegaler Übergang ins NSG am neu erstellten Mühlenstrang-Rechen der Stadt Schwerte.

Der Neubau des Rechens an der Hochwasserschutzanlage am Mühlenstrang unterhalb des Schulzentrums Gänsewinkel durch die Stadt Schwerte führte dazu, dass im Jahr 2017 der  angelegte Unterhaltungssteg dort als neue Eintrittspforte in bisher nicht zugängliche Bereiche des NSG genutzt worden ist. Da die Stadt Schwerte an der entstandenen Situation substantiell keine Änderung vornehmen wollte, hat der Kreis Unna im März 2018 entschieden, dort tätig zu werden.

Zur Umwandlung vorgesehene Fichtenparzelle im Südwesten des NSG.

Die beiden zur Umwandlung in standortgerechte Laubwaldbestände vorgesehenen Fichtenbestände im Südwesten des NSG wurden seit Jahren von einem Abtrieb ausgenommen, da dort jahrweise Graureiher brüteten. Da seit mehreren Jahren die Kolonie erloschen ist, wurde im Herbst 2017 vereinbart, die Bestände 2018 in Schwarzpappelbestände umzuwandeln. Der Abtrieb noch im Winter 2017/2018 wurde zunächst durch die mangelnde Befahrbarkeit der angrenzenden Ackerflächen und dann durch das Sturmereignis Friederike verhindert, das die Konzentration des Landesbetriebes Wald und Holz auf die Beseitigung von Sturmschäden verlangte.

Maßvoll unterhaltener Mühlenstrang im gleichnamigen NSG im Jahr 2017.

Entwicklungstrend: überwiegend positiv

Naturschutzgebiet Mühlenstrang
Landschaftsplan UN 6 Schwerte
NSG-Nummer (LP) 6
Flächengröße (ha) 54,2
Rechtskräftig seit 27.11.1998
TK 25 4511 Schwerte
NSG-Fläche (ha) 54,2 100%
FFH-Fläche (ha) 0%
VSG-Fläche (ha) 0%
FFH-Nr./Gebietsname
FFH-LRT/§42 Biotop Fläche
Glatthafer- u. Wiesenknopf-Silgenwiesen (6510) 2015 BS UNDO 1,6 ha
Sümpfe, Riede und Röhrichte (NCC0) 2009 BS UNDO 0,2 ha
Nass- u. Feuchtgrünland incl. Brachen (NEC0) 2015 BS UNDO 0,4 ha
Stillgewässer (NFD0)  2009 BS UNDO  0,1 ha
Sonstige Biotope
Laubwälder außerhalb von Sonderstandorten (NA00) 2009 BS UNDO 0,7 ha
Auenwälder (NAX0) 2009 BS UNDO 4,6 ha
Kleingehölze (NB00) 2009 BS UNDO 3,9 ha
Mesophiles Wirtschaftsgrünland incl. Brachen (NEOO) 2015 BS UNDO 17,4 ha
Nass- u. Feuchtgrünland incl. Brachen (NEC0) 2015 BS UNDO 0,2 ha
Stillgewässer (NFD0) 2009 BS UNDO 0,1 ha
Fließgewässer (NFM0) 2009 BS UNDO 1,2 ha
Vegetation
Arrhenatheretum elatioris 2015 BS UNDO RL NW N3 / RL WB 3 artenarmer Bestand
Glyerietum maximae 2009 BS UNDO
Lolio-Cynosuretum lotetosum 2015 BS UNDO RL NW N2 / RL WB 2 / RL SS 2 artenarmer Bestand
Ranunculo-Alopecuretum ranunculetosum flammulae 2015 BS UNDO RL NW 2 / RL WB 2 / RL SS 1 artenarmer Bestand
Scirpo-Phragmitetum 2009 BS UNDO RL NW 3 / RL WB 3 / RL SS 2 artenarmer Bestand
Stellario-Carpinetum 2009 BS UNDO RL NW – / RL SB 3 artenarmer Bestand
Valeriano-Filipenduletum 2009 BS UNDO
Pflanzen
Sumpf-Schafgarbe – Achillea ptarmica 2009 BS UNDO RL NW V
Kalmus – Acorus calamus 2009 BS UNDO
Wiesen-Knöterich – Bistorta officinalis 2017 BS UNDO RL WB 3
Sumpf-Wasserstern – Callitriche palustris agg. 2017 BS UNDO
Sumpfdotterblume – Caltha palustris 2017 BS UNDO RL NW V
Blasen-Segge – Carex vesicaria 2009 BS UNDO RL NW 3
Weide-Kammgras – Cynosurus cristatus 2017 BS UNDO RL NW V
Frühlings-Hungerblümchen – Draba verna agg. 2017 BS UNDO
Florentiner Habichtskraut – Hieracium piloselloides 2015 BS UNDO
Spitzblütige Binse – Juncus acutiflorus 2009 BS UNDO
Glieder Binse – Juncus articulatus 2009 BS UNDO
Acker-Witwenblume – Knautia arvensis 2009 BS UNDO
Margerite – Leucanthemum ircutianum 2017 BS UNDO
Echte Brunnenkresse – Nasturtium officinale agg. 2005 BS UNDO
Gelbe Teichrose – Nuphar lutea 2009 BS UNDO
Knolliger Hahnenfuß – Ranunculus bulbosus 2015 BS UNDO
Brennender Hahnenfuß – Ranunculus flammula 2015 BS UNDO RL NW V
Flutender Wasser-Hahnenfuß – Ranunculus fluitans 2017 BS UNDO RL NW 3 Grenzbereich
Gifthahnenfuß – Ranunculus sceleratus 2017 BS UNDO RL NW 3 / RL WB D / RL SB 3
Wasser-Ampfer – Rumex aquaticus 2013 BS UNDO RL NW 2 / RL WB 2 / RL SB 3
Quell-Sternmiere – Stellaria alsine 2009 BS UNDO
Gras-Sternmiere – Stellaria graminea 2015 BS UNDO
Vögel
Saatgans Gast 2006 BS UNDO VSR 4.2 Grenzbereich
Blässgans Gast 2006 BS UNDO RL NW nicht bewertet / RL WB – / RL SB – / VSR 4.2 Grenzbereich
Krickente Gast 2006 BS UNDO RL NW 3S / RL WB 3S / RL SB – / VSR 4.2
Graureiher 4 BP 2006 BS UNDO
Sperber Gast 2013 BS UNDO
Rotmilan Gast 2017 BS UNDO RL NW 3 / RL WB 3 / RL SB 3 / VSR I
Mäusebussard Gast 2017 BS UNDO
Teichhuhn 1 BP 2009 BS UNDO RL NW V / RL WB V / RL SB V Grenzbereich
Kiebitz Gast 2017 BS UNDO RL NW 3S / RL WB 3 / RL SB 1 / VSR 4.2
Kuckuck BV 2013 BS UNDO/B. Schulte RL NW 3 / RL WB 3 / RL SB 2
Steinkauz 1 BP 2005 BS UNDO RL NW 3S / RL WB 3S / RL SB 1S Grenzbereich
Waldohreule 1 BP 2006 BS UNDO RL NW 3 / RL WB 3 / RL SB 3 Grenzbereich
Grünspecht 1 BP 2017 BS UNDO Grenzbereich
Kleinspecht 1 BP 2009 BS UNDO RL NW 3 / RL SB 3 Grenzbereich
Neuntöter 1 BP 2008 BS UNDO RL NW VS / RL WB 2 / RL SB V / VSR I
Dohle Gast 2010 BS UNDO
Saatkrähe Gast 2017 BS UNDO RL NW *S / RL WB *S / RL SB VS
Weidenmeise 1 BP 2009 BS UNDO
Rauchschwalbe BP 2017 BS UNDO RL NW 3S / RL WB 3 / RL SB 3 Grenzbereich
Mehlschwalbe BP 2017 BS UNDO RL NW 3S / RL WB 3 / RL SB 3 Grenzbereich
Sumpfrohrsänger mehrere BP 2006 BS UNDO RL NW V
Klappergrasmücke mehrere BP 2006 BS UNDO RL NW V / RL WB V / RL SB V Grenzbereich
Dorngrasmücke mehrere BP 2009 BS UNDO
Trauerschnäpper 1 BP 2009 BS UNDO RL SB V Grenzbereich
Bluthänfling BV 2009 BS UNDO RL NW V / RL WB V / RL SB V
Goldregenpfeifer Gast 2013 BS UNDO RL NW 0 / RL WB 0 / RL SB – / VSR I
Eisvogel Gast 2006 BS UNDO VSR I
Schwarzspecht Gast 2009 BS UNDO RL NW *S / RL SB *S / VSR I
Baumpieper Gast 2009 BS UNDO RL NW 3 / RL WB 3 / RL SB 3
Wiesenpieper Gast 2017 BS UNDO RL NW 2S / RL WB 2 / RL SB 2 / VSR 4.2
Bergpieper Gast 2007 BS UNDO
Gebirgsstelze 1 BP 2017 BS UNDO Grenzbereich
Wiesenschafstelze Gast 2006 BS UNDO RL SB 2
Bachstelze 2 BP 2009 BS UNDO RL NW V / RL WB V Grenzbereich
Goldammer > 2 BP 2017 BS UNDO RL NW V / RL WB V / RL SB V
Rohrammer 2-3 BP 2009 BS UNDO RL NW V / RL WB V / RL SB 1
Lurche & Kriechtiere
Bergmolch 2010 BS UNDO
Erdkröte 2010 BS UNDO
Grasfrosch 2010 BS UNDO FFH V
Teichmolch 2010 BS UNDO
Wasserfrosch-Komplex 2009 BS UNDO
Schnecken & Muscheln
Flußnapfschnecke – Ancylus fluviatilis 2009 BS UNDO
Libellen
Gebänderte Prachtlibelle – Caleopteryx splendens 2017 BS UNDO
Vierfleck – Libellula quadrimaculata 2009 BS UNDO
Frühe Adonislibelle – Pyrrhosoma nymphula 2009 BS UNDO